Phospholipide bilden die Grenzfläche jeder Körperzelle. Diese Seite beschreibt ihren Aufbau, nennt Zufuhrzahlen zum Mengenelement Phosphor und gibt die beiden freigegebenen Formulierungen unverändert wieder.
Zur ausführlichen FassungEin Phospholipid ist ein Molekül mit zwei Gesichtern. Das eine Ende sucht das Wasser, das andere meidet es. Aus diesem Widerspruch entsteht die Struktur, die jede lebende Zelle nach außen hin abgrenzt.
Chemisch sitzt am Anfang ein kurzes Glyceringerüst mit drei Anschlussstellen. An zwei davon hängen lange Fettsäureketten, an der dritten eine Phosphatgruppe, die ihrerseits einen kleinen organischen Rest trägt — Cholin, Ethanolamin, Serin oder Inositol. Die Ketten sind unpolar und weichen dem Wasser aus. Die Phosphatgruppe ist geladen und zieht Wasser an.
Gibt man solche Moleküle in eine wässrige Umgebung, ordnen sie sich von selbst: Die Ketten drehen sich zueinander, die Phosphatköpfe wenden sich nach außen. Es entsteht ein Film aus zwei Lagen, etwa fünf Nanometer dick. Dieser Film ist die Zellmembran. Kein Enzym baut ihn zusammen — die Anordnung ergibt sich aus der Physik der beteiligten Moleküle.
Die geladene Kopfgruppe liegt genau dort, wo die Zelle mit ihrer Umgebung in Kontakt tritt. Sie bindet Wassermoleküle, sie trägt eine negative Ladung, und sie bestimmt mit, welche Proteine sich an dieser Stelle anlagern können. Ohne das Phosphat wäre die Schicht kein geordneter Film, sondern ein formloser Fetttropfen.
Auf diesen Zusammenhang bezieht sich die erste der beiden Formulierungen, die die Europäische Kommission für Phosphor freigegeben hat. Sie steht im Wortlaut fest und darf weder verkürzt noch umgeschrieben werden: Phosphor trägt zu einer normalen Funktion der Zellmembran bei. Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012.
Die Doppelschicht ist nicht starr. Einzelne Lipide tauschen ihre Position innerhalb derselben Lage millionenfach pro Sekunde. Der Wechsel von einer Lage in die andere dagegen kommt fast nicht vor, weil der geladene Kopf dabei durch den fettigen Innenraum müsste; dafür gibt es eigene Transportproteine.
Wie beweglich die Schicht ist, hängt von der Länge und der Sättigung der Fettsäureketten ab und vom eingelagerten Cholesterin. Ungesättigte Ketten haben einen Knick und lassen mehr Spielraum; gesättigte Ketten liegen dichter beieinander. Cholesterin schiebt sich zwischen die Ketten und gleicht beide Zustände gegeneinander aus.
Phosphor gelangt fast ausschließlich als Phosphat in den Körper. Im Dünndarm wird es teils passiv über die Zellzwischenräume aufgenommen, teils aktiv über natriumabhängige Transporter. Aus gemischter Kost erreicht rund zwei Drittel der zugeführten Menge die Blutbahn; aus rein pflanzlichen Quellen weniger, weil ein Teil dort als Phytat vorliegt.
Im Blut zirkuliert Phosphat gelöst und wird von den Zellen aufgenommen. Die Verknüpfung mit Glycerin und Fettsäuren zum fertigen Phospholipid geschieht anschließend an der Membran des endoplasmatischen Retikulums. Von dort aus verteilen Transportwege die neuen Lipide auf die übrigen Membranen der Zelle.
Diese Beschreibung gibt einen Stoffwechselweg wieder. Sie ist selbst keine freigegebene Angabe; die zulässigen Formulierungen stehen unverändert in den beiden Blöcken weiter unten, jeweils bei dem Gewebe, auf das sie sich beziehen.
Im Unionsregister sind zu diesem Mengenelement mehrere Zeilen hinterlegt. Zwei davon greift Colemanitsaum auf, weil sie den beiden Geweben entsprechen, um die es auf dieser Seite geht. Jede Zeile gehört zu Phosphor allein und wird deshalb auch einzeln wiedergegeben.
Die Außengrenze einer Zelle besteht nicht aus einer festen Wand, sondern aus zwei beweglichen Lagen von Lipiden. Der Phosphatkopf jedes einzelnen Moleküls zeigt dabei zur wässrigen Seite und hält die Ordnung der Schicht aufrecht.
Dieselbe Bauweise findet sich nicht nur außen, sondern auch an den inneren Membranen: am Zellkern, an den Mitochondrien, am Golgi-Apparat. Der Phosphatanteil ist bei allen derselbe.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Das zweite Gewebe, auf das sich eine freigegebene Zeile bezieht, hat mit Lipiden nichts zu tun. In Schmelz und Dentin liegt Phosphat als Bestandteil eines mineralischen Verbundes vor, in dem es zusammen mit Calcium ein geordnetes Gefüge bildet.
Die Formulierung spricht von Erhaltung. Sie beschreibt damit das Verbleiben eines Zustands, den der Körper bei ausreichender Zufuhr ohnehin aufrechterhält — und sie sagt nichts über einzelne Befunde aus.
Gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012
Enthalten sind eine kommentierte Zeichnung der Doppelschicht, die Anteile der einzelnen Lipidklassen, Gehaltstabellen für vierunddreißig Erzeugnisse, eine Gegenüberstellung von natürlich gebundenem und zugesetztem Phosphat sowie die Fundstellen beider Registerzeilen mit ihren Verwendungsbedingungen.
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